Therapeutisches Reiten (Hippotherapie)

„Geht nicht, gibt es bei mir und meinen Pferden nicht” sagt Frau Hesse-Carbonaro vor dem Beginn des Pferdetheaters. Seit dem Altertum ist schon bekannt, dass Reiten Körper und Seele gut tut. Therapeutisches Reiten ist aber mehr als die bloße sportliche Freizeitgestaltung. Es hilft psychomotorische Störungen und körperliche Erkrankungen zu heilen, zu lindern und ihnen vorzubeugen.

Die Hippotherapie stellt die zuerst entwickelte Behandlungsform mit Hilfe des Pferdes dar. Ärzte und Physiotherapeuten entdeckten die ausgleichende Wirkung des rhythmischen Bewegtwerdens bei verschiedenen Störungen und Krankheitsbildern. Heute gilt die Hippotherapie als Bestandteil und Ergänzung krankengymnastischer Behandlungsmaßnahmen und kann speziell dort helfen, wo herkömmliche Methoden nichts mehr bewirken können. Sie eignet sich für Kinder und Erwachsene.

Ein Physiotherapeut mit entsprechender Zusatzausbildung führt die Behandlung durch. Der Patient wird dabei auf dem Pferd bewegt, so dass reiterliche Vorkenntnisse nicht notwendig sind. Zudem findet die Therapie in der Gangart Schritt statt, in der sich die medizinisch wirksamen Elemente voll entfalten. Vom Pferderücken aus werden Schwingungen auf den Patienten übertragen; nämlich die Bewegungen auf/ab, vor/zurück und links/rechts. Die dadurch entstehenden Impulse ermöglichen ein gezieltes Training der Haltungs-, Gleichgewichts- und Stützreaktionen sowie eine Regulierung des Muskeltonus.

Eingesetzt wird die Hippotherapie bei bestimmten Erkrankungen und Schädigungen des Zentralnervensystems und des Stütz- und Bewegungsapparates.So kann sie beispielsweise lindernd und harmonisierend bei Spastiken und in kompletten Querschnittssyndromen wirken.

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